Wählergemeinschaft - Bürger für Hanau

Klaus-Remer-Schul- und Jugendtheaterpreise der BfH verliehen

Erster Preisträger 2019: Theatergruppe „T.A.C.H.E.L.E.S." der Kaufmännischen Schulen Hanau

16 4 KRJS Preisverleihung

Der erste Preisträger des neu gestifteten Schul-und Jugendtheaterpreises der Wählergemeinschaft Bürger für Hanau) – BfH ist die seit mehreren Jahren bestehende Theatergruppe „Tacheles“ der Kaufmännischen Schulen Hanau, zusammen mit ihrem Leiter Studienrat Bastian Fenderl. Sie erhalten die nach dem ehemaligen verstorbenen Schul- und Kulturdezernenten Hanaus benannten Auszeichnung für ihre Produktion „Deutschland- ein Picknick“, die im Frühjahr 2019 im Comoedienhaus Wilhelmsbad gezeigt wurde.
Den Preis übergab im Rahmen der im CPH stattfindenden schulischen Abitur-und Jahresabschlussfeier der Vorsitzende der BfH, Peter Jurenda, der in seiner  Ansprache noch einmal auf die Motive hinwies, die die Wählergemeinschaft Bürger für Hanau veranlasst habe, diesen „kleinen“ – mit 500 Euro dotierten - Kulturpreis aus zu loben.
Er hoffe, dass der Preis mithelfen könne, innerhalb der vielseitigen Kulturaktivitäten der Brüder-Grimm-Stadt den Blick dafür zu schärfen, was auf dem Sektor der Schul- und Jugendtheater-Szene an bemerkenswerten Leistungen vollbracht werde. Der Preis könne so vielleicht innerhalb der jungen und jüngsten Bürger Hanaus eine Art von gemeinsamer Identifikation schaffen - neben den großen internationalen Preisen, die die Stadt vergebe und den professionellen alljährlichen Märchenfestspielen.
Klaus Remer sei sich immer der Bedeutung der kulturellen Arbeit der Schul- und Jugendgruppen bewusst gewesen und habe sie nach Kräften gefördert. Kulturelle Aktivitäten stärkten den sozialen Zusammenhalt und seien wichtige Bausteine demokratischen Lebens. Das gelte sowohl für den ambitionierten Jugendtheaterrahmen als auch für kleinere, oftmals übersehene Produktionen, die Anerkennung verdienten.  Jurymitglied Erland Schneck-Holze hielt die Laudatio; er stellte heraus, inwiefern die Produktion „Deutschland – ein Picknick“ in exemplarischer Weise den niedergelegten Wertungskriterien entspricht.
Überzeugt habe zunächst einmal der engagierte gesellschaftspolitische Ansatz des gezeigten Stückes: die kritische Auseinandersetzung mit dem Thema Kriegstreiberei und falsch verstandenem Heldentum. Die Vorlage, eine Satire des spanischen Autors Fernando Arrabal, sei in hochaktueller Form bearbeitet worden, wobei die komischen Elemente durch eine Reihe eigener inszenatorischer Eingriffe auf eine nie plakative, aber sehr analytische Ebene gehoben worden seien.
Das sei erreicht worden durch das bemerkenswerte gruppendynamische Konzept -  denn ein Großteil der Theatergruppenmitglieder dieses Projekts bestand aus jungen Flüchtlingen, namentlich aus Syrien, die in der Theaterarbeit mit ihren deutschen Freundinnen und Freunden an den Kaufmännischen Schulen offensichtlich einen besonderen Halt fanden.
Die Produktion erreichte nicht zuletzt dadurch beeindruckende Authentizität, dass mittels zahlreicher auf eine Bildwand projizierter Original-Interviews von Mitspielern die traumatischen Wirkungen von Kriegssituationen und ihren Folgen unmittelbar ergreifend spürbar wurden.
Auch schauspielerisch bewegte sich – so die Laudatio - das Projekt auf hohem Theaterniveau, da es den Hauptdarstellern in ihren rundweg überzeugenden Einzelstudien gelang, den satirischen Szenen und Dialogen (ein Elternpaar besucht bewundernd seine erwachsenen Kinder während einer Gefechtspause am Rande des Schlachtfelds) eine sich von rein äußerlichem Slapstick abhebende Tiefenschärfe zu geben.
Dies sei mit Sicherheit auch  das Verdienst des umsichtigen, sensiblen  Spielleiters Bastian Fenderl und seines pädagogischen Teams.
Ebenso habe das ästhetische Konzept von Lichtgestaltung und Musik (mit Profi-Dimensionen) dafür  gesorgt, dass der aus jungen Erwachsenen bestehenden Zuschauerschaft der Kaufmännischen Schulen im Comoedienhaus an mehreren Tagen ein äußerst nachdenkenswertes Theaterstück von ihren eigenen Jahrgangsmitgliedern vermittelt worden sei.
Das Stück selbst kann in nächster Zeit auch auszugsweise noch einmal auf YouTube angesehen werden.

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